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Castor an der französischen Grenze - Proteste im Wendland | Drucken |  E-Mail
Umwelt (GreenGlobe)
Donnerstag, den 24. November 2011 um 23:04 Uhr

Schülerdemo heute in Gorleben. Foto: Karin Behr / PubliXviewinGDer Castor-Sonderzug mit dem Atommüll befindet sich auf seinem Weg nach Gorleben noch immer in Frankreich. Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) kritisiert die Durchführung des hochgefährlichen Transports als völlig chaotisch. "Da soll Atommüll ohne jegliches Entsorgungskonzept sinnlos von Frankreich nach Gorleben transportiert werden. Da wird der Weg in Frankreich zunächst mit massiver Polizeigewalt freigemacht. Und dann stoppt der Transport ohne ersichtlichen Grund und bestrahlt die Bevölkerung in der Umgebung", kritisiert BBU-Vorstandssprecher Udo Buchholz.

Im Wendland, dem Zielort des Atommülltransports, haben die Protestaktionen bereits begonnen. Auch diesmal wird die Anti-Atom-Bewegung von zahlreichen Künstlerinnen und Künstlern tatkräftig unterstützt. So sorgen am Samstag bei der Großdemonstration in Dannenberg die urbane Reggae, Dancehall & Ska-Band „Berlin Boom Orchestra“, die tanzbaren Beatbeatpoeten aus Hamburg, Lüneburg und Leipzig und die wendländische Trommel-Gruppe Xamba für Stimmung und den richtigen Rhythmus, um sich warm zu tanzen.

„Musikerinnen, Kabarettisten, Autorinnen, Schauspieler und viele andere stärken und prägen den Widerstand im Wendland von Anfang an. Auch nach dem halbherzigen Ausstiegsbeschluss zeigen die Kulturschaffenden, wie breit die Unterstützung für weitere Proteste ist“, sagte Wolfgang Ehmke von der BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg, einer der Trägerorganisationen der Kundgebung.

Gegen die Nutzung des Salzstocks Gorleben als Atommülllager haben zudem viele bekannte KünstlerInnen den Aufruf „Gorleben soll leben“ unterzeichnet. Zu ihnen zählen der Nobelpreisträger Günter Grass, die Schauspielerin Ulrike Folkerts, der Autor Roger Willemsen, der TV-Moderator Tobias Schlegel, die Moderatorin Alida Gundlach und viele andere.

Organisiert wird die Großdemonstration von einem Bündnis aus Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg, der Bäuerlichen Notgemeinschaft Lüchow-Dannenberg, der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt, dem Kampagnennetzwerk Campact, dem Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND), Robin Wood, ContrAtom, der Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad und dem DGB Region Nordost-Niedersachsen.

Auch in diesem Jahr wird die wendländische Initiative WiderSetzen mit einer großen bunten Sitzblockade auf den Castorgleisen ihren Protest gegen die Tricksereien von Atomwirtschaft und Politik Ausdruck verleihen. „Atomkraft ist eine von der Zeit überholte Blockadetechnologie “, erläutert Jens Magerl, Pressesprecher von WiderSetzen. „Durch Atomkraft wird viel Entwicklung in Deutschland verhindert. Energienetze werden mit schmutzigem Strom verstopft, neue Technologien werden verhindert. Und die Demokratie wird in die Ecke gedrängt. Damit muß jetzt Schluß sein. Wir werden die Entwicklungsblockierer blockieren!“

Die Aktion von WiderSetzen beginnt planmäßig am Freitag, 25.11., mit einem Training.


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