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BBU: Fukushima bedeutet eine Zeitenwende – sofortige und weltweite Stilllegung aller Atomanlagen | Drucken |  E-Mail
Umwelt (GreenGlobe)
Dienstag, den 05. April 2011 um 10:28 Uhr

BBUDer Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) wurde 1972 gegründet und hat seine Wurzeln besonders in der Anti-Atomkraft-Bewegung der frühen 70er Jahre. Der BBU war maßgeblich an der Verhinderung des AKW Wyhl, an der Verhinderung der Wiederaufarbeitungsanlage in Wackersdorf und an den Protesten zur Stilllegung der Hanauer Atomanlagen beteiligt. Der BBU war bereits vor den Atomkatastrophen von Harrisburg (1979) und Tschernobyl (1986) aktiv und hat sich immer vehement gegen neue Atomkraftwerke und Atomanlagen sowie für die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen engagiert. Für den BBU war es leider klar, dass rund 25 Jahre nach Tschernobyl jederzeit eine neue Atomkatastrophe zu befürchten war.

 

Nach wie vor ist völlig unbekannt, wie und wo der ständig anfallende Atommüll sicher und dauerhaft für einen Zeitraum von 40.000 Generationen gelagert werden kann. Bisherige Endlagerversuche sind kläglich und gefährlich gescheitert, sogenannte Zwischenlager und der ständige Atommüll-Tourismus sollen die Unmöglichkeit der sicheren Entsorgung verschleiern. Atomanlagen sind nicht beherrschbar und Störungen und Unfälle gehören zum Tagesgeschäft der Atomanlagen. Und dennoch stellt das Unfassbare, das sich in Japan ereignet hat und auch noch weiterhin ereignet, eine Schreckenszenerie dar, die man sich kaum ausmalen konnte. Gleich mehrere Atomreaktoren sind betroffen, offenbar sind mehrere Kernschmelzen im Gange, die Radioaktivität in Wasser und Luft nimmt ungeahnte Ausmaße an, Lebensmittel sind belastet, zwingend erforderliche Evakuierungen sind nahezu unmöglich und ein Ende der Katastrophe ist nicht absehbar. Der atomare Schrecken hat einen neuen Namen: Fukushima.

Internationale Hilfe ist das Gebot der Stunde

Die Situation in Japan nach der Erdbebenkatastrophe und angesichts der zerstörten Atomkraftwerke löst weiterhin und zunehmend weltweites Entsetzen, Mitgefühl mit der japanischen Bevölkerung und auch Hilflosigkeit aus. Der BBU und seine Mitgliedsgruppen bringen zum Ausdruck, dass jetzt internationale Hilfe das Gebot der Stunde ist. Der BBU betont gleichzeitig, dass gerade jetzt der richtige Zeitpunkt für die Debatte über die Zukunft der Atomenergie ist. Wer jetzt die Diskussion über das Ende der Atomenergienutzung unterbinden will, macht sich zum Handlanger der Atomindustrie.

Eine radikale Wende muss erfolgen

Wer bisher - aus welchen Gründen auch immer - die Nutzung der Atomenergie befürwortet hat, muss spätestens jetzt erkennen, dass wir hautnah eine Zeitenwende erfahren. Ein "weiter so" kann und darf es nicht geben. Es muss eine radikale Wende erfolgen - hin zu einer umweltfreundlichen, nachhaltigen Energieversorgung, und weg von der monsterhaften Atomenergienutzung. Und das sofort! Alle Atomkraftwerke, Uranfabriken, Forschungsreaktoren und Atommüll-Fabriken müssen sofort stillgelegt werden, weltweit und unumkehrbar. Es darf kein weiterer Atommüll mehr produziert werden und es darf keine Atomwaffenproduktion mehr geben. Die Katastrophe von Fukushima kann sich jederzeit an einem anderen Atomstandort wiederholen, wenn auch in anderer Form. Die Atomtechnik ist grundsätzlich nicht beherrschbar und menschliches Versagen kann nie ausgeschlossen werden. Das mag in anderen Zusammenhängen tolerierbar sein, bei der Nutzung der Atomenergie aber nicht.

Aufruf zu Demonstrationen am Ostermontag

Der BBU ruft in dieser Situation zum verstärkten Widerstand gegen die Atomanlagen, gegen die Atomkonzerne und gegen die parlamentarische Atomlobby auf. Der BBU ruft weiterhin zu dezentralen Montagsmahnwachen auf und er ruft zur Teilnahme an den großen Demonstrationen und Kundgebungen auf, die Ostermontag an 12 Atomstandorten im ganzen Bundesgebiet durchgeführt werden. Informationen hierzu unter www.tschernobyl25.de.

Quelle: BBU / RedGlobe


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