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Bundesweiter Schülerstreik am 17. November: Augsburg ist dabei | Drucken |  E-Mail
Schule & Uni
Mittwoch, den 28. Oktober 2009 um 13:47 Uhr

Der nächste Schulstreik ist am 17. NovemberIm Juni diesen Jahres demonstrierten rund 300 000 SchülerInnen und Studierende im gesamten Bundesgebiet für ein besseres Bildungssystem. Schulen wurden bestreikt, Universitäten und Rathäuser teilweise besetzt. In vielen Städten wurden diese Aktionen von Gewerkschaften, der Gewerkschaftsjugend, verschiedenen Parteien und Eltern- und Lehrerverbänden unterstützt. Dies hat gezeigt, dass Bildung nicht nur ein Anliegen von SchülerInnen und StudentInnen ist, sondern, dass sich der Protest gegen die herrschenden Zustände im Bildungswesen auf immer größere Teile in der Gesellschaft ausweitet. Auch in Augsburg wurde der Schulstreik am Vormittag des 17. Juni von der DGB-Jugend unterstützt. »Wir Azubis und junge Arbeitnehmer stehen hinter den Forderungen und Aktionen der streikenden SchülerInnen und StudentInnen, denn wir waren alle selber einmal Schüler und wissen daher wie Schule ist. Deshalb wollen wir nicht, dass unsere Kinder auch einmal unter solch miserablen Umständen ausgebildet werden müssen«, sagte damals der DGB-Jugendsekretär für Südbayern, Radoslav Keric.
An diesen miserablen Umständen hat sich auch nach den Protesten im Juni nichts verändert. Schulen sind immer noch baufällig und überfüllt. Es herrscht ein großer Lehrermangel und Lehrkräfte verzweifeln oft an den riesigen Klassen und den damit auftretenden Problemen. Das zieht automatisch eine Verminderung der Unterrichtsqualität nach sich.

Vor allem der Leistungsdruck - besonders an Gymnasien - ist weiterhin ein großes Problem.
Durch die Änderung der Gymnasialen Schulordnung 2007 darf mehr Unterrichtsstoff in Leistungserhebungen geprüft werden. Das Ansteigen der Wochenstunden durch G8 und die
22 Prüfungen, die in der vierten Klasse vor dem Übertrittszeugnis geschrieben werden müssen, verschärfen die Problematik. Wie der letzte OECD-Bildungsbericht aus dem Jahr 2008 gezeigt hat, ist der Abstieg in eine niedere Schulform leichter als der Aufstieg in eine höhere. Etwa 30 Prozent der Schulwechsler gehen vom Gymnasium auf die Realschule und 32 Prozent von der Realschule auf die Hauptschule. Anders herum sind es nur 6 bzw. 16 Prozent. Eine gute Bildung ist ein Menschenrecht, und deshalb fordert das Augsburger Bildungsbündnis Chancengleichheit im Bildungssystem  und keine Fortsetzung der gezielten Selektion.

Darüber hinaus liegt Deutschland im OECD-Ländervergleich bezüglich der Studieneintritte unterhalb des Durchschnittes, und dies wird sich durch die Studiengebühren und den erhöhten Druck an den Universitäten durch Bachelor und Master nicht verbessern. Im Gegenteil! Schon jetzt sinkt die Zahl der Studierenden aus sozial schwächeren Schichten.
Die Schule ist für Schülerinnen und Schüler da, und die verbringen dort oft mehr als die Hälfte des Tages. Deshalb treten wir für eine Demokratisierung des Schulwesens ein. Wir wollene eine gleichberechtigte, demokratische Beteiligung der Schülervertretungen an allen Entscheidungen, die den Schulalltag betreffen.

Wir sollen laut Bayrischer Verfassung im »Geiste der Demokratie« erzogen werden. Zur Erziehung gehören aber nicht nur die in der Schule gelehrten Theorien, sondern auch die Erfahrung durch die Umsetzung in der Praxis. Deshalb unterstützen wir das Vorhaben der Stadt Augsburg, eine Stadtschülervertretung zu integrieren. Wir fordern aber, um ein sinnvolles und erfolgreiches Arbeiten dieses Gremiums zu bewerkstelligen, eine Erhöhung des bewilligten Jahresetats von 3000 Euro auf die ursprünglich beschlossenen 10 000 Euro. Dieser Beschluss muss schnellstmöglich umgesetzt werden, um den Interessen der Schülerinnen und Schüler in Augsburg einen angemessenen Stellenwert zu geben.

Außerdem fordern wir die Stadt auf, Krisenlasten nicht auf die SchülerInnen abzuwälzen, denn auf Grund der propagierten Sparmaßnamen müssen viele jetzt die chaotischsten Schulwege zurücklegen. Die Stadt Augsburg bezahlt nur noch den kostengünstigsten Schulweg, nicht mehr den kürzesten, wie die Augsburger Stadtzeitung am 14. Oktober berichtete. Dies hat zur Folge, dass rund 60 Betroffene einen Schulweg von einer Stunde zurücklegen müssen, den sie sonst auch in 30 Minuten bestreiten könnten. Wir können nichts für die Krise und wir  werden auch nicht für sie bezahlen! Deshalb unterstützen wir die gegen die Stadt eingereichte Klage eines verzweifelten Vaters.

Für das Augsburger Bildungsbündnis ergibt sich aus dieser Gesamtsituation: Der Streik und die Protestaktionen müssen fortgesetzt werden! Deshalb rufen wir SchülerInnen, StudentInnen, LehrerInnen, Eltern und alle anderen Mitglieder dieser Gesellschaft dazu auf sich am 17.11 um 8:30 Uhr an der Demonstration für ein besseres Bildungssystem zu beteiligen und dadurch Druck auf die Verantwortlichen in Bund, Land und Kommune aufzubauen.

Weitere Informationen: Augsburger Bildungsbündnis


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