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Ostermarschierer durch afghanische Tragödie bestätigt |
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Friedensbewegung
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Samstag, den 03. April 2010 um 20:35 Uhr |
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Die Friedensbewegung sieht sich durch die jüngsten Nachrichten aus Afghanistan in ihrer Ablehnung der deutschen Truppenpräsenz in dem asiatischen Land bedstätigt. Manfred Stenner, Geschäftsführer des Netzwerks Friedenskooperative, betont: "Aufständische Taliban töten drei deutsche Soldaten. Die Bundeswehr tötet versehentlich fünf verbündete afghanischen Soldaten. Zuletzt im Februar - weit nach dem Massaker von Kundus - kamen auch wieder 21 afghanische Zivilisten bei einem Bombardement der NATO ums Leben, trotz aller Direktiven, das Leben von Zivilisten zu schützen.
Die Nachrichten zu Ostern erinnern uns an die gern verdrängte brutale Realität des Afghanistankrieges und auch seine Aussichtslosigkeit. Die Situation in Afghanistan ist während der mehr als acht Jahre des Krieges immer schlechter geworden, besonders für die Mehrzahl der afghanischen Bevölkerung. Auch zig Milliarden an Aufbauhilfe wurden in korrupte Strukturen fehlgeleitet."
Die angeblich "neue" Strategie der Besatzungsmächte mit weiterer Aufstockung der Truppen wie der Aufbaugelder bedeute nur mehr vom Gleichen und führe weiter in die militärische Sackgasse. "Die Menschen in der Friedensbewegung, die über Ostern für die Beendigung des Krieges auf die Straße gehen, betrauern den Tod der Bundeswehrangehörigen wie alle anderen sinnlosen Opfer dieses Krieges. Verantwortung dafür tragen diejenigen, die jahrelang die Kriegsoption gewählt haben statt Energie und Geld in zivile Hilfe nach den örtlichen Bedürfnissen und in friedenspolitisches Engagement für die Region zu stecken. Jetzt sollte ernsthaft umgedacht werden."
Stenner zieht eine positive Zwischenbilanz zu den Ostermärschen im fünfzigsten Jahr nach ihrer Entstehung, auch wenn die Teilnehmerzahlen bis zum Sonnabend im Vergleich zum Vorjahr noch nicht gestiegen seien. Die Ostermärsche seien eine nach wie vor "lebendige Bewegung mit langem Atem und angesichts des friedenspolitischen Versagens der Bundesregierung ein dringend notwendiges Korrektiv".
"Die Ostermarschierer gegen den Afghanistankrieg sind mit ihrer Abzugsforderung die Realisten", erklärt das Netzwerk Friedenskooperative. Die Politik der Bundesregierung biete keine Perspektive. "Nichts als Durchhalteparolen" kämen von Verteidigungsminister Guttenberg, die "die absolute Ratlosigkeit der Bundesregierung zeigen, wo Nach- und Umdenken erforderlich wären". Die "brutale Realität des asymetrischen Krieges am Hindukusch wird sich mit weiteren toten Kämpfern auf beiden Seiten und vor allem auch immer wieder Opfern unter der Zivilbevölkerung fortsetzen", prognostiziert die Friedenskooperative. "Verstärkt noch bei dem Versuch der Umsetzung der Strategie, vermehrt Fläche zu erobern und zu halten".
Als mageres Endergebnis des dann vielleicht zehn Jahre andauernden Krieges sei letztlich von der NATO ein Verhandlungsergebnis mit den Aufständischen geplant, bei dem unter einer Mitherrschaft der Taliban in Afghanistan wenigstens nicht erneut Al Quaida- Ausbildungslager zugelassen würden. Auf Demokratisierung nach westlichen Vorstellungen habe man intern längst - und wahrscheinlich realistischer Weise - verzichtet. "Solch ein Ergebnis hätte man schon vor Jahren und ohne die vielen Opfer haben können", meint die Friedensorganisation. Ein nachhaltiger Aufbau des Landes in Zusammenarbeit mit der örtlichen Bevölkerung und in deren Interesse sei in der ganzen Zeit sträflich vernachlässigt worden und werde durch die jetzt von Entwicklungshilfeminister Niebel verfügte Anbindung der zivilen Hilfsorganisationen an die Truppe erst recht nicht gelingen.
Am Ostersonntag rücken die Ostermärsche neben dem Afghanistankrieg, dem Skandal der deutschen Rüstungsexporte und der Kritik an der vermehrten Bundeswehrwerbung in Schulen nochmals die Abschaffung der Atomwaffen in den Mittelpunkt. Beim Jagdbombergeschwader Büchel in der Eifel wird der Abzug der dort lagernden letzten US-Atombomben verlangt. Im westfälischen Gronau beteiligen sich die Anti-AKW-Initiativen mit ihrem Protest gegen die dortige Urananreicherungsanlage und den atomaren Waffen erstmals an den Ostermärschen. In Frankfurt/Oder wird "gegen Atomwaffen und Kriege" demonstriert und der Ostermarsch Ruhr führt mit einer weiteren Etappe von Essen nach Bochum. In Köln startet eine Motorrad-Friedensfahrt, in der brandenburgischen Kyritz- Ruppiner Heide geht es um die zivile Nutzung des noch bis zum letzten Jahr als "Bombodrom" vorgesehenen Areals.
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