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Im Kleinen ist es wie im Großen: die Internationale Bauaustellung (IBA) bewirbt und unterstützt in Hamburg-Wilhelmsburg über mehrere Tage ein kulturindustrielles Riesenspektakel in Form des sogenannten „Dockville Festivals“, während die Probleme der Menschen im Stadtteil sich nahezu täglich verschärfen und ihnen die Mittel zum Überleben zunehmend knapper werden oder gleich ganz fehlen. Der Hamburger Senat wirft den privaten Unternehmen mehrere Hundert Millionen Euro für seine Prestigeprojekte, wie die Elbphilharmonie in den Rachen, während täglich unzählige Menschen zu 1-Euro-Jobs gezwungen werden, von Hartz IV leben müssen und Arbeitsplätze zur Profitmaximierung gekürzt werden.
Anstatt also den sozialen Wohnungsbau zu fördern oder Sanierungen ohne Mietpreissteigerung in Wilhelmsburg durchführen zu lassen, stattet der Hamburger Senat die IBA und die internationale gartenschau (igs) mit 180 Millionen Euro aus, um die derzeitigen, ungeliebten, sozial schwachen WilhelmsburgerInnen aus ihrem Stadtteil zu vertreiben, damit die finanziell starken Arbeitskräfte, die die Unternehmen und die Stadt brauchen, mit ihren Familien in der „Neuen Mitte“ der Stadt leben können.
Um auf solche Missverhältnisse und Missstände aufmerksam zu machen, protestierten Mitglieder der Linksjugend ['solid] Hamburg und des Arbeitskreises Umstrukturierung (AKU) an diesem Wochenende eindringlich gegen die Stadtentwicklungspolitik des Hamburger Senats mit Flyern vor den Eingängen des Dockville- Geländes.
„Das 'Dockville Festival', das in ganz Hamburg mit Hochglanzmaterial beworben worden ist, ist Teil des kulturellen Begleitprogramms zur Vertreibung der Menschen aus ihrem Stadtteil“, kommentiert die Sprecherin der Basisgruppe Wilhelmsburg der Linksjugend ['solid] Hamburg, Christin Bernhold, das Vorgehen der IBA. Die IBA und der Senat sind auf die Instrumentalisierung von Kunst und Musik angewiesen, um die wohlhabenden, jungen Menschen nach Wilhelmsburg zu locken, die hier später wohnen sollen. Außerdem braucht die IBA solche Methoden der Akzeptanzbeschaffung, damit die Menschen sich nicht gegen die von ihr erzeugten Probleme wehren. „Die Menschen im Stadtteil“, führt Bernhold weiter aus, „brauchen keine popkulturelle Unterhaltungsindustrie, sondern verbesserte Lebensbedingungen. Die Stadt Hamburg sorgt dafür, dass nur die von der Stadtentwicklung profitieren, die ohnehin besser dastehen. Die WilhelmsburgerInnen hingegen werden genötigt, ihre soziales und Wohnumfeld zu verlassen“
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