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Berlin steht vor dem traditionellen Luxemburg-Liebknecht-Wochenende, das für die Linke in Berlin, bundesweit und international traditionell den politischen Jahresauftakt darstellt. Bis zu 100.000 Menschen werden am kommenden Sonntag wieder zu den Gräbern von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg an der Gedenkstätte der Sozialisten ziehen. Die von einem breiten Bündnis organisierte Demonstration beginnt am 9. Januar 2011 um 10.00 Uhr am U-Bahnhof Frankfurter Tor. Bereits am Vortag lädt die Tageszeitung junge Welt zu ihrer 16. Internationalen Rosa-Luxembuirg-Konferenz in der Urania ein, die in diesem Jahr erstmals auch von RedGlobe unterstützt wird. Am Abend des gleichen Tages und am selben Ort organisiert die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) ihre Lenin-Liebknecht-Luxemburg-Veranstaltung. Auch andere linke Gruppen und Organisationen nutzen das Wochenende zu Veranstaltungen und Treffen.
In dem von zahlreichen Organisationen, Medien - darunter auch RedGlobe - und Einzelpersonen unterzeichneten Aufruf zur LL-Demo am Sonntag heisst es unter anderem: »Mit welchen Attributen wir den heutigen Imperialismus auch beschreiben: Von Hemmungen ist er weniger denn je beschwert und ein unberechenbarer Faktor ist er wie nie zuvor. Globale Wirtschafts- und Finanzkrisen produzieren Kriegsgefahren als vermeintlichen Ausweg aus der Misere. Fidel Castro spricht von einer Welt, die sich "in ihrer bislang gefährlichsten Phase" befindet. Er habe, so Castro vor Studenten, nicht die geringsten Zweifel, dass die Antwort des Iran auf eine Attacke in einem globalen Atomkrieg enden werde, den niemand kontrollieren könne. Der Iran darf nicht zum Ausgangspunkt eines atomaren Weltbrandes werden. Gehen wir am 9. Januar 2011 gegen den Krieg auf die Straße. Demonstrieren wir gegen jegliche direkte und indirekte Kriegsbeteiligung Deutschlands, gegen alle aggressiven Bestrebungen der EU und der NATO, gegen horrende Rüstungsausgaben und mörderische Rüstungsexporte. Fordern wir den sofortigen Rückzug der Bundeswehr aus Afghanistan.« (Vollständiger Aufruf und Liste der UnterstützerInnen: Hier klicken) Der Demonstrationszug beginnt um 10.00 Uhr am U-Bahnhof Frankfurter Tor und zieht von dort zur Gedenkstätte der Sozialisten in Berlin-Friedrichsfelde. Dort wird es wie immer einen linken Jahrmarkt geben, während am Rondell mit dem großen Gedenkstein selbst schweigend der Ermordeten gedacht wird.
Schon am Vorabend, am 8. Januar 2011, findet in der Urania die 16. Internationale Rosa-Luxemburg-Konferenz statt. Diese Veranstaltung findet seit 1996 jeweils am zweiten Samstag im Januar in Berlin statt. Initiiert wurde sie von der überregionalen marxistischen, parteiunabhängigen Tageszeitung junge Welt. Schwerpunkt der Veranstaltung sind Vorträge und Diskussionen zu Erfahrungen, Analysen und Aktivitäten linker Bewegungen und Parteien weltweit sowie der Austausch zu Entwicklungen und politischen Kämpfen in Deutschland. Auf der Konferenz treffen sich regelmäßig bis zu 2000 Menschen unterschiedlicher Herkunft und jeden Alters, um über die Aktualität des Werkes von Rosa Luxemburg, über linke Theorie und Politik, Geschichte und Gegenwart antiimperialistischer Bewegungen und Perspektiven gesellschaftlicher Veränderungen zu diskutieren. Vortragende wie Besucher der Konferenz kommen aus unterschiedlichen politischen Zusammenhängen oder sind unorganisiert. Alle eint die Suche nach Wegen, die mörderische neoliberale Entwicklung zu durchbrechen, der Wille, den Kapitalismus zu überwinden und die Einsicht in die Notwendigkeit einer sozialistischen Perspektive. Es ist kein Zufall, daß das Spektrum der Konferenzbesucher dem der Leserschaft der jungen Welt entspricht. Der Konferenzort liegt mitten in der Berliner City-West; vom Bahnhof Zoologischer Garten ist er mit Bus und U-Bahn in wenigen Minuten erreichbar, von den U-Bahnhöfen Wittenbergplatz und Nollendorfplatz sind es fünf Minuten Fußweg. Motto der diesjährigen Konferenz ist ein Zitat von Rosa Luxemburg: »Lernen, wie wir kämpfen müssen«. Auf der Konferenz-Homepage heisst es dazu: »Wir stellen uns dieser Aufforderung in der BRD in einem Moment, in dem mit der aufgewachten Anti-Atom-Bewegung und dem Protest gegen das Stuttgarter Bahnhofsprojekt "S21" wieder Schwung in die außerparlamentarische Opposition kommt. In ganz Europa werden die Krisenlasten auf die Bevölkerung abgewälzt. In Griechenland und Frankreich entsteht dagegen entschiedener Protest. Besonders in Griechenland werden diese Auseinandersetzungen mit großer Härte geführt. In Lateinamerika kommt die Bedrohung demokratischer Prozesse durch Putschversuche noch hinzu - im Nahen Osten sorgen in dieser Phase die westlichen Hauptmächte für eine weitere Vertiefung des Grabens zwischen der palästinensischen und israelischen Bevölkerung.«
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