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Nazis schänden KZ-Gedenkstätte Neuengamme |
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Antifa
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Dienstag, den 06. April 2010 um 15:15 Uhr |
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Am Ostermontag haben mehrere mutmaßliche Mitglieder der Neonazigruppe »Combat 18« die KZ-Gedenkstätte Neuengamme bei Hamburg geschändet, indem sie die Gedenkstele mit einem gesprühten Hakenkreuz verunstalteten. Augenzeugen beobachteten zwei schwarz gekleidete Personen im Alter von etwa 25 Jahren. Über 100.000 Menschen aus weit über 20 Ländern wurden zwischen 1938 und 1945 in das KZ Neuengamme und seine 87 Außenlager deportiert, zwischen 42.000 und 50.000 überlebten ihre Haftzeit nicht. Der Ort, an dem das Mahnmal sich befindet, ist symbolischer Friedhof des ehemaligen Konzentrationslagers – ein Ort, der häufig von Überlebenden und ihren Angehörigen und Hinterbliebenen besucht wird, um ihrer Toten zu gedenken. Besonders der Stadtteil Bergedorf im Süden Hamburgs leidet besonders unter den verstärkten Aktivitäten der Hamburger Nazi-Szene. Seit Mitte der 1990er Jahre marschierten hier wiederholt NPD, Freie Nationalisten und Naziglatzen auf, auf ein Stadtteilzentrum wurde ein Sprengsatz geworfen.
Die Arbeitsgemeinschaft Neuengamme zeigte sich besorgt über diese »neue Dimension der Aggression« und fordert den zuständigen Bezirk Bergedorf auf, »künftig dafür Sorge zu tragen, dass eine solche Schändung nicht wieder möglich ist«. »Die Arbeitsgemeinschaft Neuengamme ist entsetzt und schockiert über die Unverschämtheit und Geschmacklosigkeit dieses Aktes. Im Gegensatz zu KZ-Gedenkstätten in anderen Regionen war Neuengamme bisher von derlei Übergriffen weitgehend verschont geblieben, Schmierereien waren eher eine Seltenheit«, heisst es in der Erklärung.
Auch die Internationale Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) reagierte empört auf die Schändung der Gedenkstätte. »Hakenkreuzschmierereien und SS-Runen verunstalten seit Ostermontag die KZ-Gedenkstätte Neuengamme. Wenige Tage vor den Veranstaltungen zum 65. Jahrestag der Befreiung des Lagers haben Neonazis sich diesen Ort der Erinnerung an die Verbrechen des deutschen Faschismus, des Gedenkens an die weit über 40.000 Opfer der SS-Verbrecher für ihre Provokation ausgesucht. Dies macht einmal mehr deutlich, dass die Erinnerung an das historische Geschehen mit einer Wachsamkeit gegenüber heutigen Tendenzen und Auftritten der extremen Rechten verbunden sein muss«, heisst es in einer von FIR-Generalsekretär Ulrich Schneider verbreiteten Erklärung. »Im Namen unserer gut 60 Mitgliedsorganisationen in über 20 Ländern Europas und Israels möchten wir der KZ-Gedenkstätte und ihren Mitarbeitern sowie der „Arbeitsgemeinschaft Neuengamme e.V“ unsere tiefe Verbundenheit und Unterstützung im Handeln für die Gedenkarbeit und gegen Neofaschismus und Rassismus heute übermitteln. Wir gehen davon aus, dass die Sicherheitsorgane alles in ihrer Macht stehende tun werden, um die Täter zu ergreifen und eine Wiederholung einer solchen Schändung zu verhindern.«
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Kommentare
Neofaschisten erfahren.
Im fünfundsechzigt en Jahr der Befreiung von Faschismus ist dies unserer Meinung nach eine Folge für die immer weiter fortschreitende Verharmlosung des faschistischen Terrors, der Geschichtsklitt erung, des Verschweigens und der Herabwürdigung des antifaschistisc hen Widerstands.
Nach wie vor ist die Justiz, die Polizei und der Hamburger Senat auf dem rechten Auge blind, das dringend erforderliche, sofortige Verbot aller neofaschistisch er Organisationen und inbesondere der NPD ist aktueller denn je!
Reden zum Jahretag der Befreiung oder in der Woche des Gedenkens, allein, nützen gegen die alten und neuen Faschisten nichts.
Taten sind gefragt!
Für ein sofortiges Verbot der NPD und aller faschistischen bzw. neofaschistisch en Organisationen!
Nur so kann der 65. Jahrestag der Befreiung auch wirklich ein Tag der Befreiung sein!
Kuratorium "Gedenkstätte Ernst Thälmann" e.V.
Hein Pfohlmann, 1. Vorsitzender Michael Sommer, 2. Vorsitzender