|
In Peru ist der Linksnationalist Ollanta Humala als Sieger aus der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen hervorgegangen. Nach Auszählung von gut 64 Prozent der Stimmen liegt der Politiker mit etwas über 28 Prozent der Stimmen mit deutlichem Abstand auf dem ersten Platz. Unklar ist jedoch, mit wem er sich in der Stichwahl messen muss, die am 5. Juni stattfinden soll. Auf dem zweiten Platz liegt momentan Keiko Fujimori, Tochter des derzeit unter anderem wegen Korruption inhaftierten Ex-Präsidenten Alberto Fujimori. Sie liegt mit 22,488 Prozent jedoch nur hauchdünn vor Pedro Pablo Kuczynski, der momentan auf 22,285 Prozent der Stimmen kommt. Die peruanische Wahlbehörde warnte bereits, dass es bis zu einer Woche dauern könnte, das Ergebnis hunderprozentig sicher zu haben.
»Die Präsidentschaftskandidatur von Ollanta Humala hat einen wichtigen Wahlsieg errungen. Jetzt gilt es, uns auf die Entscheidungsschlacht vorzubereiten, um 20 Jahre neoliberaler Hegemonie zu beenden und eine neue Etappe in der Geschichte unseres Heimatlandes zu eröffnen«, würdigt die Peruanische Kommunistische Partei das Ergebnis. Die wahrscheinliche Auseinandersetzung zwischen Humala und Fujimori sei »zwischen dem Vorschlag von Veränderungen, wie ihn Ollanta Humala ausdrückt, und der neoliberalen Kontinuität, die von der Erbin des korrupten Ex-Präsidenten Fujimori repräsentiert wird«.
Zwar stünden die unterlegenen Kandidaten Kuczynski, Toledo und Castañeda eigentlich Fujimori näher als Humala, allerdings sei das Erbe Fujimoris noch immer »ein Steinchen im Schuh« für einen großen Teil der liberalen und demokratiscghen Rechte. Deshalb sei es völlig offen, wie sich diese Kandidaten und vor allem ihre Wähler mit Blick auf die Stichwahl entscheiden.
»Peru bleibt ein umstrittenes Land, in dem es noch keine Mehrheitskraft gibt, die in der Lage ist, ihr Programm durchzusetzen. Das bedeutet, weiter eine Kampagne zur Verbreitung des Programms von (Ollanta Humalas Bündnis) Gana Perú zu organisieren, um eine neue politische und gesellschaftliche Mehrheit aufzubauen, die der Rückhalt des Wandels sein kann, die das Heimatland braucht«, unterstreichen die peruanischen Kommunisten. Nun sei jedoch erst einmal Zeit, den Sieg in der ersten Runde zu feiern.
Verwandte Artikel:
Ältere Artikel:
|