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Schöne Bescherung: Castor-Transporte über die Autobahn |
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Umwelt (GreenGlobe)
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Donnerstag, den 01. Dezember 2011 um 16:55 Uhr |
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Ab Anfang 2012 sollen 152 Castor-Behälter von Jülich nach Ahaus transportiert werden. Die Überführung ist nötig weil die Zwischenlagergenehmigung in Jülich ausläuft. Atomkraftgegner sind empört, denn mit Entsorgung habe dieser Atommüll-Tourismus nichts zu tun. Der Abtransport müsse mit Schwerlasttransportern über die Autobahn nach Ahaus erfolgen, da immer nur zwei Behälter auf einmal transportiert werden können. Das bedeute für anderthalb Jahre etwa einen Transport pro Woche. Wegen des Streits zwischen Land und Bund sowie den noch nicht erfolgten Genehmigungen für den Transport und die Einlagerung in Ahaus ist auch ein »genehmigungsloser Zustand« möglich, sollte das Lager nicht bis zum 30. Juni 2013 geräumt sein. Um diesen Zeitpunkt nicht zu verfehlen, muss der erste Castor rechnerisch bereits im kommenden Januar rollen.
»Bundesforschungsministerin Schavan und Bundesumweltminister Röttgen handeln verantwortungslos und ohne jede Einsicht. Sie haben kein Konzept für die Atommüllentsorgung und wollen deshalb den Atommüll einfach von einer Zwischenlagerhalle in die andere verschieben. Wir werden das aber nicht tatenlos hinnehmen, sondern entschlossenen und kreativen Widerstand organisieren«, so Felix Ruwe von der Bürgerinitiative »Kein Atommüll in Ahaus«.
Atommüll aus dem ehemaligen Forschungsreaktor Jülich bei Aachen soll in das etwa 200 Kilometer nördlich davon gelegene Zwischenlager Ahaus transportiert werden. Das entschied gestern der Aufsichtsrat des Forschungszentrums. Zwischen 1967 und 1988 lief am Forschungszentrum Jülich ein sogenannter AVR-Reaktor. Die 152 Castor-Behälter mit 288.161 radioaktiven Brennelementkugeln stehen seitdem im nahen Zwischenlager auf dem Gelände des FZ Jülich. Dort sollen sie aber nicht bleiben, das Bundesamt für Strahlenschutz hält das Lager für veraltet – und die Genehmigung läuft 2013 aus. Um die Genehmigung für eine weitere Lagerung in Jülich zu ermöglichen, müsste das Lager entweder ertüchtigt oder sogar neugebaut werden, da es nicht mehr dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Forschung entspricht. Die Landesregierung hatte im Aufsichtsrat die Errichtung eines neuen Zwischenlagers in Jülich beantragt, dies wurde jetzt jedoch mit den Stimmen der Bundesregierung abgelehnt.
Bereits in der nächsten Woche treffen sich die Anti-Atomkraft-Initiativen im Münsterland zu einem außerordentlichen Bündnistreffen, um einen Aktionsfahrplan zu beraten. Am 18. Dezember findet um 14 Uhr vor dem Atommülllager Ahaus die Auftakt-Demo für die Castor-Proteste statt. Das Motto lautet: »152 West-Castoren – eine schöne Bescherung«.
Weitere Informationen: www.kein-castor-nach-ahaus.de
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