RedGlobe RSS-Feed

Translate RedGlobe

BesucherInnen:

Heute:1484
Gestern:5802
Seit 1. Juni 2005:11615739

junge Welt

redblog

UZ - Unsere Zeit

Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend

Zeitung vum Letzeburger Vollek

Generalprobe für Atomausstieg: Für eine Woche nur vier AKW am Netz | Drucken |  E-Mail
Umwelt (GreenGlobe)
Samstag, den 21. Mai 2011 um 11:08 Uhr

Atomausstieg jetzt!Von heute an sind für rund eine Woche nur noch vier der 17 deutschen Atomkraftwerke am Netz. Das AKW Emsland bei Lingen stellte für die jährliche Revision und dreiwöchige Wartungssarbeiten den Betrieb ein. Probleme gibt es offenbar im AKW Grohnde, das in Kürze wieder zur Verfügung stehen sollte. Ein Praxistest für den sofortigen Atomausstieg!

Von insgesamt 20.470 Megawatt installierter Atomkraftleistung liefern ab Samstag Nachmittag nur noch die Meiler Brokdorf, Isar 2, Gundremmingen C und Neckarwestheim mit einer Leistung von 5.400 Megawatt Strom. Mitte März waren nach dem GAU in Fukushima schon die sieben ältesten deutschen Atomkraftwerke vorerst für drei Monate stillgelegt worden. In diesem Zeitraum fällt dazu noch die planmäßige Abschaltung, Revision und Wartung von fünf weiteren Reaktoren und der Pannenreaktor in Krümmel ist schon seit Jahren vom Netz. Ein Testfall für die Netzbetreiber, Politiker und Stromverbraucher, der zeigen kann, dass eine sichere Stromversorgung auch nach einem schnellen Atomausstieg gewährleistet ist.

Eine Veränderung der verfügbaren Kraftwerksleitung ist für den 26. Mai zu erwarten: das AKW Gundremmingen B wird nach Wartungsarbeiten wieder in Betrieb genommen.

Atomausstieg jetzt!

Während sich in Berlin die Parteien noch um Jahreszahlen für den Ausstieg streiten, steckt die Republik schon mitten im Praxistest. Das ist bemerkenswert. Denn die Atomlobby hat vor Stromengpässen gewarnt, sollten mehrere Meiler gleichzeitig vom Netz gehen. Ende April standen neun AKW still. “Die stabile deutsche Stromversorgung steht auf dem Spiel”, warnte da schon ein RWE-Manager. Nun sind die Konzerne still.

Das große Problem für die Versorgung in Deutschland ist nicht, dass mit der Abschaltung der AKW eine große Strommenge fehlt. Entscheidend ist, wo und wann der Strom ein- und ausgespeist wird, damit die Spannung in den Netzen gehalten wird. Und der Ausbau der Netze und die Installation einer dezentrale Energieversorgung wurde jahrzehntelang verschlafen. Eine auf Großkraftwerken basierende zentrale Struktur wurde geschaffen. Verbraucher sind abhängig, und die großen Energieversorger machen ein riesen Geschäft – da sie Strompreise praktisch konkurrenzfrei diktieren können.

Die Bundesnetzagentur rechnet nicht damit, dass die Stromversorgung zusammenbricht. Die Energiekonzerne sehen hingegen die Gefahr eines Blackouts. Ein selbstverschuldeter Zustand, bewusst herbeigeführt. Wenige haben über Jahre massiv profitiert. Nun sollen auch dafür die Bürger die Zeche zahlen.

Doch Deutschland ist nicht das einzige Land, in dem zur Zeit Ausstiegsszenarien getestet werden: Japan, das nicht auf erneuerbare Energien, sondern vor allem auf Atomenergie gesetzt hat, muss nach Erdbeben und Tsunami und aufgrund fehlender Sicherheitsmaßnahmen Strom sparen, weil viele Atomkraftwerke ausgefallen sind – und wie die Reaktoren in Fukushima ausgeschaltet bleiben müssen. Aber da gibt es auch Länder wie Spanien, wo von den acht AKWs nach dem Herunterfahren von Almaraz I wegen eines Störfalls vier vom Netz genommen wurden. Es ist schon das zweite Mal in kurzer Zeit, dass die Hälfte der Atomkraftwerke abgeschaltet sind, so dass nur noch 4.000 MW anstatt 7.700 MW Atomenergie erzeugt werden.
Revision in Grohnde verlängert

Noch vor wenigen Tage gab der Betreiber des ebenfalls abgeschalteten AKW Grohnde an, der Block würde in der Woche ab dem 23.05. wieder angefahren werden. Nach Angaben auf seiner Webseite wurde der erneute Betriebsstart aber auf Mitte Juni verschoben. Offenbar gibt es im Zusammenhang mit defekten Brennelementen, die gefunden wurden, defekten Dichtungen an Hauptkühlmittelpumpen oder der Sicherheitsprüfung der RSK ein Problem. Eine Stellungnahme von E.on gibt es dazu nicht.

Quelle: Contratom / RedGlobe


Verwandte Artikel:
Neuere Artikel:
Ältere Artikel:

 
Ältere Beiträge im Archiv