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EnBW kündigt »freiwilliges« Abschalten an | Drucken |  E-Mail
Umwelt (GreenGlobe)
Dienstag, den 15. März 2011 um 16:06 Uhr

Robin Wood-Protest gegen EnBWDer baden-württembergische Atomkraftwerkbetreiber EnBW will das AKW Neckarwestheim 1 »freiwillig« herunterfahren - »vor dem Hintergrund der dramatischen und menschlich zutiefst bewegenden Ereignisse in Japan«, wie der Konzern heute in einer Pressemitteilung ankündigt. Die EnBW folge damit »ihrer besonderen Verantwortung als Betreiber von Kernkraftwerken«. Ministerpräsident Mappus schloss eine spätere Wiederinbetriebnahme des AKW im Landtag aus: »Neckarwestheim I wird abgeschaltet, dauerhaft, und stillgelegt«. Auch das AKW Philippsburg I wird Medienberichten zufolge in Kürze abgeschaltet. Allerdings wolle der Konzern hier noch Verhandlungen mit der Bundesregierung führen. Ein grundsätzlicher Kurswechsel bedeutet das Verhalten von EnBW jedoch nicht, denn der Konzern bekräftigt: »Die Kernkraft ist Teil einer in Deutschland über Jahrzehnte bewusst gewachsenen Energiestruktur, so dass man auch diskutieren muss, welche Auswirkungen und Konsequenzen das Abschalten von Kernkraftwerken haben kann.«



Atomkraftgegner werfen den Konzernen und der Bundesregierung deshalb Betrug vor. Jochen Stay von der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt unterstreicht: »Es ist eine Wählertäuschung ohne Gleichen, jetzt radikale Entscheidungen vorzuspielen und dann nach den Wahlen doch alles beim alten lassen zu können. Wir verlangen von der Bundesregierung noch vor den Landtagswahlen die endgültige Stilllegung der Atomkraftwerke. Alles andere ist unglaubwürdig.«

Angesichts der Ereignisse in Japan sei es nicht nachvollziehbar, wieso nur sieben Reaktoren abgeschaltet werden sollen. »Auch die anderen Kraftwerke sind 25 bis 30 Jahre alt und nicht geschützt vor einer Kernschmelze«, so Stay. Ein radikaler Umbau der Energieversorgung sei nötig und möglich. »Selbst wenn es zu kurzfristigen Einschränkungen käme, wäre die Bevölkerung dazu im Augenblick gerne bereit, weil jeder mit den Bildern aus Japan vor Augen hat, was die Alternative wäre.«

Stay kündigt an: »Wir werden unsere Proteste fortsetzen, bis wirklich ernsthafte Konsequenzen aus den Ereignissen in Japan gezogen werden. Am 26. März wird es in vier bis fünf Großstädten, darunter Berlin, Hamburg und Köln, Massendemonstrationen für die endgültige Stilllegung der Atomkraftwerke geben.«

 


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