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Immer mehr Menschen vor dem Zwischenlager | Drucken |  E-Mail
Umwelt (GreenGlobe)
Montag, den 08. November 2010 um 16:01 Uhr

Foto: Malte Dörge / PubliXviewinGNach 20 Stunden Sitzblockade auf den Schienen ist der Fahrplan des Atommüllzuges völlig aus dem Ruder gelaufen. Vor dem Zwischenlager blockieren 2000 Menschen seit über 24 Stunden das letzte Straßenstück des Transportes. Derzeit ist die Strecke dicht. Die Organisationen, die diese Blockade unterstützen, hoffen, dass sich noch viele Menschen dem gewaltfreien Widerstand auf der Straße in Gorleben anschließen. Luise Neumann-Cosel, Sprecherin von X-tausendmal quer: »Der Atommüllzug wird derzeit in Dannenberg für den Straßentransport verladen. Das dauert noch Stunden. Das ist die richtige Zeit, sich auf den Weg zum Zwischenlager nach Gorleben zu machen!«

Torben Becker, BUND-Energieexperte: »Die Sitzblockade ist die richtige Antwort auf die Geheimabsprachen der Bundesregierung mit den Stromkonzernen. Tausende setzen sich quer, es kommen ständig neue Leute hinzu. Das ist der Abpfiff für den Castor!«

Uwe Hiksch vom Vorstand der Naturfreunde: »Dieser Widerstand ist  großartig und hat schon sehr viel erreicht. Ich war am Wochenende da - wenn das noch länger dauert, bin ich heute Abend wieder dabei!«

Eberhard Heise, Mitglied des Attac-Koordinierungskreises: »Diese starke Aktion des zivilen Ungehorsams wirkt für Demokratie und gegen die Macht der Stromkonzerne. Freiwillig lassen wird den Castor hier nicht durch. Ich bin seit Sonntag hier und bleibe bis zur Räumung!«

Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt, wertet die bisherigen Blockadeaktionen als »eine Sternstunde des zivilen Ungehorsam«. Stay: »Wir haben die mit Abstand größten Schienenblockaden gesehen, die das Wendland je erlebt hat. Tausende haben dort bei Minusgraden in einer angespannen Situation gewaltfrei ausgehalten und so erhebliches Rückgrat gezeigt. Parallel dazu sitzen bereits seit mehr als 24 Stunden rund 1600 Leute direkt vor dem Zwischenlager Gorleben und versperren dem Castor die Zufahrt. Damit ist die Transport-Route derzeit absolut dicht. Allen, die dort sitzen, gehört unser ganzer Respekt. Selbst, wenn dieser Castor irgendwann durch kommt, mit ihrer Atompolitik kommt die schwarz-gelbe Regierung nicht durch. Die Proteste im Wendland zeigen, dass die Politik nicht mehr so weitermachen kann wie bisher. Angesichts der kommenden Landtagswahlen sollte Frau Merkel sich warm anziehen. Derzeit duckt sich Merkel einfach weg und überlässt der Region das Problem. Und Umweltminister Röttgen behauptet sei Januar dreist, er sei an einem Dialog interessiert. Heute sollte er sich endlich zeigen - bis Weihnachten wollen wir hier nicht auf ihn warten.«


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