|
Kein Durchkommen für den Atommüll |
| Drucken | |
E-Mail |
|
Umwelt (GreenGlobe)
|
|
Sonntag, den 07. November 2010 um 22:01 Uhr |
|
Die Atomkraftgegner geben nicht nach und errichten eine Blockade nach der anderen. Wie der Castor-Ticker meldet, sind die drei Bundesstrassen B191, B216 und B248, die in den Landkreis führen, mit Treckern total verstopft. Auch entlang der Blockaden auf den Schienen bei Harlingen stehen massenhaft Trecker im Wald. An den dort organisierten fünf Blockaden beteiligen sich mehr als 5000 Menschen. Hinzu kommen unzählige kleinere Aktionen. In Pudripp blockierten zwischen 15 und 20 Trecker sowie rund 50 Menschen eine Kreuzung an der B191. In Dumstorf setzten sich 70 Menschen vor den Castor. Um 20.30 Uhr meldete dann der Castor-Ticker: "Der Castor steht weiterhin am Bahnhof Dahlenburg und wird mit Nato-Draht eingezäunt. Das könnte ein längerer Aufenthalt werden."
Am Nachmittag beteiligten sich mehrere tausend Menschen an einem erneuten Versuch der Kampagne "Castor?Schottern!", die Bahnstrecke des Castortransports zu unterhöhlen. Wie die Kampagne meldet, gelang es rund 150m Schiene tief genug zu "schottern". Trotz massiver Polizeigewalt sollte weiter geschottert werden. Um 16.22 Uhr teilte die Kampagne dann mit: "Die Kampagne "Castor?Schottern!" hat ihre Aktivitäten für heute beendet. Die AktivistInnen sind auf dem Rückweg. Die Kampagne möchte sich bei allen, die mitgeschottert haben bedanken: Ihr wart super!!!" Zuvor war die Polizei äußerst brutal gegen die TeilnehmerInnen vorgegangen. Neben Verletzten durch Reizgas wurde eine Demonstrantin, die auf den Gleisen gestolpert war, von Polizisten mehrfach gezielt getreten, während sie am Boden lag. Sie musste von SanitäterInnen versorgt werden.
Vor dem Hintergrund dieser Ereignisse kommentiert die Tageszeitung junge Welt in ihrer Montagsausgabe bereits: "Den Atomkraftgegnern ist es immerhin gelungen, den Transport von elf Castorbehältern aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage in La Hague nach Gorleben um mindestens einen halben Tag zu verzögern. Schon in Frankreich und dann in Deutschland war es Demonstranten trotz massiver Polizeipräsenz und brutalen Einsätzen mit Reizgas, Knüppeln und Pfefferspray immer wieder gelungen, den Zug aufzuhalten. Im rheinland-pfälzischen Berg besetzten am Samstag über 1000 Kernkraftgegner die Bahngleise, so daß die hochradioaktive Fracht erstmals in der Geschichte der Castortransporte umgeleitet werden mußte. In Kehl gab es die nächste Verzögerung, weil sich Spezialisten von Greenpeace von der Eisenbahnbrücke über die Kinzig abgeseilt hatten. Im weiteren Verlauf des Transports wurde der Zug immer wieder angehalten, weil sich Demonstranten auf die Gleise gesetzt, von einer Brücke abgeseilt oder an Schienen angekettet hatten. Die Ankunft des Zuges am Verladebahnhof in Dannenberg wurde deshalb nicht vor der Nacht zum Montag erwartet." Und weiter: "Die bürgerkriegsähnlichen Szenen bei den Protesten gegen die Atompolitik im Wendland bringen Merkel & Co wohl zunehmend in die Bredouille. Nach bewährtem Muster wird zwar erneut versucht, »Linksradikale« und »vermummte Gewalttäter« für die Eskalation verantwortlich zu machen –die Gewalt ging jedoch nach Einschätzung von Augenzeugen eindeutig von der Polizei aus. Schon am Samstag hatte im wendländischen Splietau mit über 50000 Teilnehmern die bisher größte Demonstration in der Geschichte der Castortransporte stattgefunden."
Bei den Aktionen und Demonstrationen war auch die Deutsche Kommunistische Partei präsent. Mitglieder der Lüneburger DKP-Gruppe verteilten ihre Zeitung "Rotstift". In Lüneburg wurde 500 Exemplare an die Frau oder den Mann gebracht, für die Verteilung in Dannenberg standen aus Kostengründen nur 1000 Exemplare zur Verteilung zur Verfügung. Diese wurden restlos verteilt. Am Infostand der DKP in Dannenberg informierten sich zahlreiche Teilnehmer über die Politik der Partei.
Verwandte Artikel:
Neuere Artikel:
Ältere Artikel:
|