|
»Beklemmend«, nennt der Vorstandssprecher der Deutschen Umweltstiftung, Jörg Sommer, das Gefühl, welches sich ihm beim ersten Blick auf den AKW-Gefährdungsatlas aufdrängte. Eine Arbeitsgruppe der Stiftung ermittelte in mehrwöchiger mühevoller Kleinarbeit die Bevölkerungszahlen in den Gefährdungsregionen der aktuell in Betrieb befindlichen deutschen Kernkraftwerke. Berücksichtigt wurde dabei die Wohnbevölkerung in einem Umkreis von jeweils 150km.
Dabei ergaben sich gefährdete Bevölkerungszahlen zwischen 5,4 Millionen (Gundremmingen) und bis zu 11,8 Millionen (Neckarwestheim). Besonders gefährdet sind die Menschen um Bremen, die im unmittelbaren Einzugsbereich von bis zu sechs Atomkraftwerken leben müssen. Die so ermittelten Zahlen sind Untergrenzen, da durch einen größten anzunehmenden Unfall weit mehr Bürgerinnen und Bürger in einem mehrfach erweiterten Umkreis durch die frei gesetzten radioaktiven Strahlen betroffen sein könnten, also um ihre Gesundheit und im schlimmsten Fall um ihr Leben fürchten müssten.
Laut Projektleiter und Vorstandsmitglied Hans Günter Schumacher führt das Projekt »in erschreckender Deutlichkeit vor Augen, dass sich die politisch Verantwortlichen in Regierungen und Parlamenten, insbesondere aber die großen Energiekonzerne EnBW, E.ON, RWE und Vattenfall nach unserer Auffassung nicht nur unverantwortlich, sondern menschenverachtend, gegenüber den Millionen möglicherweise betroffener Menschen verhalten, wenn in einem so dicht besiedelten Land wie Deutschland, aber auch in Europa, weiterhin Atomkraftwerke betrieben werden.«
Die Deutsche Umweltstiftung fordert deshalb die Bundesregierung, den Deutschen Bundestag und Bundesrat nachdrücklich auf, endgültig einen Schlussstrich unter die weitere Nutzung der Atomenergie zu ziehen und keiner Laufzeitverlängerung der siebzehn Atomkraftwerke zuzustimmen. Außerdem fordert die Organisation eine sofortige Stilllegung der sieben ältesten Atomkraftwerke Biblis A und B, Brunsbüttel, Neckarwestheim 1, Isar 1, Philippsburg 1 und Unterweser.
Der aktuelle AKW-Gefährdungsatlas der Deutschen Umweltstiftung kann über deren Homepage www.deutscheumweltstiftung.de gegen eine freiwillige Spende bestellt werden.
Verwandte Artikel:
Neuere Artikel:
Ältere Artikel:
|