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»Mit dem Überfall auf Polen begann die deutsche Wehrmacht am 1. September 1939 den Zweiten Weltkrieg. Millionen Tote, Verwüstungen auf drei Kontinenten und unermessliches Leid, die dieser Krieg hervorgebracht hat, sind eine Mahnung. Deswegen wird dieser Tag weltweit als Antikriegstag begangen«, erklärt die Sprecherin für internationale Beziehungen der Linksfraktion im Bundestag, Sevim Dagdelen. Die Konsequenzen daraus habe Deutschland jedoch nicht gezogen, kritisiert die Außenpolitikerin. »Leider beteiligt sich Deutschland heute wieder mit Geld, Waffen und Soldaten an Kriegen. Deutschland ist drittgrößter Waffenexporteur der Welt. Die Bundesregierung rüstet zum Beispiel Diktaturen wie Saudi-Arabien auf und heizt Konflikte weltweit an und ist dabei, die Bundeswehr in eine weltweit einsetzbare Interventionsarmee, eine "Armee im Einsatz", umzuwandeln. Die Bundeswehr beteiligt sich an Bombardierungen und an gezielten Tötungen in Afghanistan. Auf ihren Befehl hin sterben Zivilisten.«
Ihre Partei lehne nach wie vor den Krieg in Afghanistan ab und fordere den sofortigen Abzug der Bundeswehr, so Dagdelen. »Wir wollen besonders angesichts der Wirtschaftskrise massive Abrüstung statt Sozialabbau. Die Linke setzt sich gegen die Vorbereitung eines Krieges gegen den Iran ein und fordert, alle Sanktionen und Kriegsvorbereitungen zu stoppen. Niemand soll für die Wirtschaftsinteressen Deutschlands sterben – nirgendwo. Deswegen fordert Die Linke die Beendigung aller Auslandseinsätze der Bundeswehr sowie einen sofortigen Stopp von deutschen Waffenexporten.«
In Bochum, dem Wahlkreis Dagdelens, erinnert der örtliche Sprecher der Linkspartei, Christian Leye, zudem an die gegenwärtige Kampagne gegen den Bundesaußenminister: »Nun fordert die ehemalige Antikriegspartei Die Grünen den Rücktritt Westerwelles, weil er dem völkerrechtlich mehr als bedenklichen Libyen-Krieg im UN-Sicherheitsrat nicht zugestimmt hat. An dieser absurden Situation zeigt sich, wie weit wir in Deutschland gekommen sind, wenn schon ein liberaler Außenminister von den Grünen dafür getadelt wird, dass er Deutschland nicht in einen schrecklichen Krieg mit hineinzog.« Der Antikriegstag am 1. September sei im Jahr 2011 deshalb wichtiger denn je, so Leye. SPD, Grüne, CDU/CSU und FDP wirkten gemeinsam mit den Mainstreammedien darauf hin, dass in Deutschland Krieg als Normalzustand der internationalen Politik akzeptiert werde. »Deutsche Soldatinnen und Soldaten sind Teil des blutigen und inzwischen zehnjährigen Besatzungskrieges in Afghanistan, der für die Bevölkerung Tod, Not, Leid, Hunger und massive Unsicherheit gebracht hat. Deutschland sichert militärisch Handelsrouten vor dem Horn von Afrika und hat das militärische Kommando über die Besetzung des Kosovos«, ergänzt der Sprecher der Partei Die Linke in Bochum.
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