RedGlobe RSS-Feed

Translate RedGlobe

BesucherInnen:

Heute:1577
Gestern:5258
Seit 1. Juni 2005:11610030

junge Welt

redblog

UZ - Unsere Zeit

Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend

Zeitung vum Letzeburger Vollek

Tausende demonstrierten gegen Bildungsmisere | Drucken |  E-Mail
Schule & Uni
Donnerstag, den 17. November 2011 um 19:27 Uhr

Occupy EducationHeute haben in Berlin rund 6000 Schülerinnen und Schüler, Studierende, Auszubildende, Lehrerinnen und Lehrer so wie etliche weitere von der Bildungsmisere Betroffene für mehr Geld für die Bildung demonstriert. Zu der Aktion hatte das Berliner Bildungsprotest-Bündnis im Rahmen des „bundesweiten Bildungsstreiks“ aufgerufen, welcher sich in die „Global Week of Action for Education“ einbettete. Trotz Minusgraden fanden sich gegen 12 Uhr tausende Menschen vor dem Roten Rathaus in der Berliner Innenstadt ein.



Bereits am Morgen waren von verschiedenen Teilen der Stadt „Zubringerdemonstrationen“, unter anderem von der Immanuel-Kant-Schule, der Bettina-von-Arnim-Schule, der Thomas-Mann-Schule, dem John-Lennon-Gymnasium, der Kurt-Tucholsky-Schule und dem Carl-von-Ossietzky-Gymnasium gestartet. Die SchülerInneninitiative „Bildungsblockaden einreißen“ (BE!) und das „Bündnis Streikkomitee Berlin“ (BSB) begrüßten die Beteiligung zahlreicher Streikkomitees, die sich im Vorfeld gegründet hatten. „Wir sehen die heutige Demonstration als Auftakt. Als einen Beginn zahlreicher Aktionen von Schülerinnen und Schülern. Wir wünschen uns, dass Eigeninitiative ergriffen wird, die SchülerInnen für ihre eigenen Interessen eintreten und kleine politische Kämpfe an ihren Schulen führen“ sagt Susanne Frick, Pressesprecherin von BE!.

Der kämpferische Demozug war knapp zwei Stunden in der Berliner Innenstadt unterwegs. Die Parolen reichten von „Wir sind hier – wir sind laut – weil man uns die Bildung klaut!“ über „Bei den Banken sind sie fix – für die Bildung tun sie nix!“ bis hin zu „Ihr denkt das war schlimm – doch es kommt noch schlimmer! Klassenkampf – Klassenkampf in unserm Klassenzimmer!“.

In nahezu jeder Rede, die im Verlaufe der Demonstration gehalten wurde, zogen die RednerInnen Verbindungen zwischen dem kapitalistischen System, seinen Krisen und der Bildungsmisere. Es wurde deutlich, dass auch das Bildungssystem im gesamtgesellschaftlichen Kontext betrachtet werden muss.

Die migrantischen Jugendorganisationen DIDF und KOMICIWAN betonten insbesondere die Forderung nach einer Schule für alle. „Ursache für die Benachteiligung migrantischer Kinder und Jugendlicher ist das mehrgliedrige Schulsystem, das schon früh beginnt, aufgrund der Herkunft zu selektieren“ sagte der Redner von KOMICIWAN auf der Abschlusskundgebung.

Weitere Kernforderungen des Berliner Bildungsprotest-Bündnisses, zu dem unter anderem Einzelpersonen, VertreterInnen der IG-Metall-Jugend, der GEW, der DKP, der SDAJ, Revolution, SDS und SAV sowie die Studierendenvertretungen der Berliner Hochschulen und migrantischen Jugendorganisationen gehören, waren:

 

  • Mehr Lehrer für kleine Klassen!
  • Studien- und Ausbildungsplätze für alle!
  • Abschaffung des Turbo-Abiturs und der Regelstudienzeit
  • Geld für Bildung, statt für Banken, Konzerne und Kriegseinsätze

Die Demonstration endete gegen 14:30 Uhr friedlich auf der Alexanderstraße. Um den Druck auf die Politik zu verstärken, besetzten am Nachmittag ca. 300 Studierende unter dem Slogan „Occupy Education“ ein Gebäude der Humboldt-Universität in Berlin Mitte.

 
Ältere Beiträge im Archiv