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"Wir brauchen Hoffnung, Gerechtigkeit, Freiheit!" - Blue Planet Award 2011 an Angela Davis übergeben | Drucken |  E-Mail
Kultur
Sonntag, den 20. November 2011 um 11:29 Uhr

Die als "ethecon-Preis an Angela DavisPolik-Ikone" geltende afroamerikanische Bürgerrechtlerin Angela Davis ist auf der diesjährigen Tagung der alternativen Stiftung ethecon von den zahlreichen TeilnehmerInnen mit Begeisterung empfangen worden. Sie war als nominierte Preisträgerin des Internationalen Blue Planet Award 2011 nach Berlin angereist. Von Axel Köhler-Schnura, Gründungsstifter von ethecon - Stiftung Ethik & Ökonomie, nahm sie die von der international bekannten Künstlerin Katharina Mayer gestaltete wertvolle Preistrophäe in Empfang. Dr. Gregor Gysi ging in seiner Laudatio auf die Stationen ihres Lebens ein, "die sie zu einer so außerordentlichen Aktivistin gemacht haben". Gleichzeitig betonte er, dass mit dieser Ehrung nicht ausschließlich ihr persönliches Engagement gewürdigt werde: "Angela Davis ist uns allen auch deshalb bekannt, weil sie eine weltweit bekannte Symbolfigur ist, die für die antirassistischen, politischen und sozialen Kämpfe um Emanzipation aller steht."

 

Weltweit bekannt wurde Angela Davis, als sie der Anfang der 1970er Jahre unter konstruierter Mordanklage in der Gaskammer hingerichtet werden sollte. In einer beispiellosen internationalen Solidaritätskampagne wurde damals ihr Leben gerettet. Seitdem kämpft Angela Davis ungebrochen für soziale und politische Rechte, wie aktuell in der internationalen Occupy-Bewegung. Sie steht für den Kampf gegen die Todesstrafe und für die Beendung der um sich greifenden gefängnis-industriellen Ausbeutung. "Gefängnisse sind die Sklaverei des 21. Jahrhunderts. Es werden mehr schwarze Menschen im Gefängnissystem ausgebeutet als im Rahmen der Sklaverei." Anstatt Probleme zu lösen, würden Menschen in die Gefängnisse abgeschoben. Sie fordert stattdessen: "Wir brauchen Wohnraum, Arbeitsplätze, Bildung, Gesundheitsversorgung. Und wir brauchen Gemeinschaft, wir brauchen Frieden, wir brauchen Liebe, wir brauchen Hoffnung, Gerechtigkeit, Kreativität, Gleichheit und Freiheit."

Gleichzeitig mit dem Positivpreis wurde auch der Schmähpreis der Stiftung ethecon verliehen. Der Black Planet Award 2011 stellt den TEPCO-Vorsitzenden Tsunehisa Katsumata, den für die Fukushima-Katastrophe verantwortlichen Präsidenten Masataka Shimizu, seinen Nachfolger Toshio Nishizawa weitere verantwortliche Manager und namentlich nicht bekannte GroßaktionärInnen von TEPCO an den Pranger. Wegen des Fukushima-Desasters hat ethecon mit dem Black Planet Award 2011 Tsunehisa Katsumata, den Chairman der japanischen Tokyo Electric Power Corporation/TEPCO, den damaligen Präsidenten Masataka Shimizu, weitere verantwortliche Manager und die hinter ihnen stehenden GroßaktionärInnen an den Pranger gestellt.

In seiner Schmährede betonte der bekannte Politikwissenschaftler Prof. Elmar Altvater: "Diesen Preis haben die Manager von TEPCO mehr als verdient." Er verband dies mit der Feststellung, dass der Ausstieg aus der Kernenergie, aber auch aus der fossilen Energie, mehr als dringend geboten sei. Die geschmähten TEPCO-Verantwortlichen und -AktionärInnen werden den Preis im Rahmen breiter öffentlicher Aktionen unter Einbeziehung der Opfer und internationaler sozialer Bewegungen zu einem späteren Zeitpunkt in Japan ausgehändigt bekommen.

Mit den Positivpreisen hat ethecon in den vergangenen Jahren Diane Wilson/USA (2006), Vandana Shiva/Indien (2007), José Abreu und Hugo Chávez/Venezuela (2008), Uri Avnery/Israel (2009) sowie Elias Bierdel/Österreich (2010) ausgezeichnet. Die Schmähpreise gingen bisher an die EigentümerInnen bzw. AktionärInnen und das verantwortliche Management der Konzerne Monsanto/USA (2006), Nestlé/Schweiz (2007), Blackwater (Xe)/USA (2008), Formosa Plastics Group/Taiwan (2009) und BP/Großbritannien (2010).

ethecon ist im Gegensatz zu den vielen Konzern-, Familien-, Kirchen-, Partei- und Staatsstiftungen eine der wenigen Stiftungen "von unten", die sich mit ihren derzeit 23 StifterInnen und dem Leitmotiv "Für eine Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung!" in der Verantwortung gegenüber den kommenden Generationen sieht. Die noch junge Stiftung finanziert sich über Zustiftungen, Spenden und Fördermitgliedschaften.

 

 
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