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In Augsburg haben die Neonazis offenbar ihre Absicht aufgegeben, im Februar erneut mit einer Zusammenrottung das Gedenken an die Opfer der Zerstörung der bayerischen Stadt durch alliierte Bombenangriffe während des Zweiten Weltkriegs für ihre Zwecke zu missbrauchen. Das geht aus einer Ende Dezember von örtlichen Nazichefs verbreiteten Erklärung hervor.
Die Entscheidung der Neonazis dürfte auch auf die früh begonnene Gegenmobilisierung gegen den braunen Spuk zurückgehen. »Dies ist unserer Ansicht nach dem Engagement all derjenigen Antifaschistinnen und Antifaschisten zu verdanken, die sich die letzten Jahre gegen diese Zusammenrottung der Nazis gewehrt haben«, heisst es dazu in einer Erklärung der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ), die selbst eine Demonstration gegen die Nazi-Provokation angemeldet hat, die auch nach Absage des Naziaufmarsches durchgeführt werden soll.
Das Konzept, gemeinsam mit vielen Parteien und Organisationen Demonstrationen und Kundgebungen an fast allen Plätzen in der Innenstadt anzumelden und dadurch frühzeitig eine Anmeldung der Faschisten zu verhindern und den Aufmarsch so schon im Vorfeld zu blockieren, sei vollkommen aufgegangen. »Auch wenn am 26.2.2011 die Nazis nicht auf den Straßen unserer Stadt zu sehen sein sollten, mobilisieren wir weiter auf unsere Demonstration. Wir werden feiern, dass sie uns dieses Jahr in Frieden lassen und wir werden unserem Protest gegen diejenigen Verhältnisse Ausdruck verliehen, die faschistische Tendenzen und Nazis aus sich hervorbringen«, erklärt der Jugendverband. »Lasst uns an diesem Tag für ein Augsburg ohne Nazis kämpfen und für eine Welt auf die Straße gehen, in der alle Menschen gleichberechtigt und solidarisch miteinander leben können, in der die Worte Ungleichheit, Armut und Krieg Fremdwörter sind und in der die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen nicht weiter existiert.«
Die SDAJ wird weiterhin mit dem Motto »Nazigedenken blockieren« für die von ihr angemeldete Demonstration am 26. Februar mobilisieren. »Ob an diesem Tag nun Nazis in der Stadt sind oder nicht: Wir werden da sein! Denn auch wenn sie nicht mit Fahnen und Transparenten auf der Straße sind: verschwunden sind sie noch lange nicht. Wir rufen dazu auf, an diesem Tag trotz alledem auf die Straße zu gehen um zu kämpfen. Lasst uns gegen Faschismus, faschistische Tendenzen in unserer Gesellschaft und gegen den neu aufblühenden Rechtspopulismus demonstrieren.« Der Faschismus hänge mit dem Kapitalismus zusammen, betont der sozialistische Jugendverband: »So lange die herrschende Klasse ihrer Herrschaft nicht beraubt ist, besteht für die Bourgeoisie weiterhin die Möglichkeit, ihre Herrschaft nicht durch den bürgerlichen Parlamentarismus, sondern durch eine offene faschistische Diktatur auszudrücken. Lasst uns also am 26.2.2011 gegen die Umstände und gesellschaftlichen Verhältnisse auf die Straße gehen, welche faschistische Tendenzen und Nazis aus sich hervorbringen.«
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