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Die S-Bahn Berlin GmbH, der Winter und »Stuttgart 21« | Drucken |  E-Mail
Berlin
Freitag, den 03. Dezember 2010 um 22:55 Uhr

Seit gestern ist Berlin unter einer weißen Schneedecke bedeckt, was zu einem Chaos bei der S-Bahn Berlin GmbH geführt hat. "Ansage beachten" heißt es in den Anzeigetafeln. Genaue Informationen, wann welcher Zug denn kommt, sind nicht erhältlich. Für die Kundinnen und Kunden ist das nicht wirklich verwunderlich. Bereits seit einem Jahr ist das Angebot der S-Bahn bereits stark eingeschränkt. Noch immer verkehren in Berlin nur verkürzte Züge, die Taktung hatte sich mittlerweile weitestgehend wieder eingepegelt. Jedenfalls bis es zu schneien begann.

Im Berufsverkehr sind die Banhsteige an den zentralen Umsteigebahnhöfen völlig überfüllt. Teilweise kam es auch zu massiven Ausfällen auf Grund von vereisten Türen und Weichenanlagen. Hat man dann das Glück, in eine S-Bahn zu kommen, darf man nur noch hoffen, dass nicht wieder die Heizung ausgefallen ist.

Das Chaos ist eine Folge der geplanten Bahnprivatisierung. Um den Konzern, zu der die S-Bahn Berlin GmbH gehört, "börsenfähig" zu machen, wurd bei der Nahverkehrstochter in den letzten Jahren auf 'Teufel-komm-raus' gespart. Werkstätten wurden geschlossen, Mitarbeiter entlassen, Züge seltener gewartet, ...

Dann kam es im letzten Winter zum großen Knall. Was folgte war ein Notfallfahrplan, der die Mobilität in Berlin massiv einschränkte. Nun, völlig überrascht vom Wintereinbruch, geht das Chaos in eine neue Runde.

Während die Bahn in Berlin und auch anderswo in Nahverkehr massiv gespart hat, wurden und werden Prestigeprojekte die »Stuttgart 21« vorangetrieben. Milliarden will die Bahn an eigenen, städtischen, Landes- und Bundesmitteln in der baden-württembergischen Landeshauptstadt versenken. Der geplante Tiefbahnhof wird dann eine deutlich geringe Leistungsfähigkeit aufweisen als der derzeitige Kopfbahnhof bzw. der ein modernisierter Kopfbahnhof. Nicht nur im Berliner Nahverkehr ist die Bahn vom Winter "überrascht" worden. Noch vor Tagen erklärte Bahnchef Grube, dass man für den Winter sowohl technisch als auch personell gerüstet sei. "Lügenpack, Lügenpack" schallt es durch die Stuttgarter Straßen, wenn zenhtausende gegen das milliardenschwere Immobilienprojekt mit angeschlossener Tieferlegung des Bahnhofes protestieren. Dieses Zitat darf man auch in diesem Fall getrost problemlos dem Bahnchef an den Kopf werfen.

»Stuttgart 21« betrifft also nicht nur die Menschen in Baden-Württemberg, sondern alle. Am 11. Dezember fährt ein Sonderzug aus Berlin nach Stuttgart zum Protest gegen »Stuttgart 21«. Noch sind Plätze frei. Weitere Informationen gibt es beim Berliner Schwabenstreich Bündnis oder der Linkspartei.

Quelle: redblog / RedGlobe


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