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Der Protest gegen die Zusammenarbeit von Militär und Schulleitungen wird lauter. So hat sich in Berlin ein neues Bündnis aus Eltern, SchülerInnen und antimilitaristischen Initiativen zusammengeschlossen, welches unter dem Motto »Bundeswehrfreie Zone« u.a. zu Protesten gegen die Besuche von sogenannten Jugendoffizieren in Schulen aufruft. Konkret wird zu Veranstaltungen am 24.06.10 vor die Melanchthon-Oberschule in Berlin-Hellersdorf und am 28.06.10 vor die Alfred-Wegener-Oberschule in Berlin-Dahlem mobilisiert.
»Es rollt eine großangelegte Offensive der Bundeswehr durch die Klassenzimmer der Bundesrepublik, der wir uns entgegenstellen«, so Jerome L. von der LSV Berlin. Allerdings werden vorallem totsichere Karrierechancen beworben, denn die Bundeswehrwerber reden weder über Sinn und Unsinn von Krieg noch über das Töten und Getötetwerden. So nutzt die Bundeswehr die hoffnungslose Lage vieler Jugendlicher auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz aus. Ein von ihnen durchaus erwünschter Nebeneffekt ist, dass sie in den Schulen mit der Werbung für die Bundeswehr gleichzeitig Propaganda für den Krieg machen. Diese Verknüpfung ist in den Schulen allerdings verboten, wie eine Studie des Bundestages ergeben hat, die von der Partei Die Linke in Auftrag gegeben und bei einer gemeinsamen Pressekonferenz von Stefan Liebich/MDB und der LSV Berlin vorgestellt worden war. In dieser Studie wird eindeutig festgestellt, dass die einseitige Beeinflussung der SchülerInnen, auch durch die Bundeswehr, nicht zulässig ist. Die LSV Berlin ruft alle Eltern auf, ihre Kinder für diese schulische Veranstaltung freizustellen und nicht zuzulassen, dass ihre Kinder zu Mördern gemacht werden und der Job an der Waffe legitimiert wird.
»In der ganzen Welt gibt es vielfältige Friedensprozesse, über die wir mehr erfahren wollen - aber in unsere Schulen kommt das Militär«, stellt Jerome L. fest. Und Ben G. von der LSV Berlin sagt, dass »nicht nur in der Schule endlich klar gestellt werden muss, dass Krieg etwas schreckliches ist«.
Killerspiele und die sogenannten »Hassrapper« sollen Schuld sein an Amokläufen und gewaltbereiten Jugendlichen. Verboten werden sollen verbal geäußerte Gewaltphantasien oder virtuell auf dem Bildschirm entwickelte Gewaltszenarien. Diese Gewalt im Kopf soll für Jugendliche derart gefährlich sein, dass gerade aus den Reihen der CDU immer wieder Verbote gefordert werden. Wenn es aber darum geht Jugendliche auf den tatsächlichen Kampfeinsatz vorzubereiten, auf das wirkliche Töten von Menschen, scheinen die Bedenken in Luft ausgelöst. »Die schweren traumatisierenden Folgen, die Krieg immer zur Konsequenz hat, werden hier ignoriert und die Psyche von Jugendlichen und nicht zuletzt auch das Leben der Jugendlichen selbst dem Krieg für die vermeintliche gerechte Sache geopfert«, stellt Janis W. von der LSV Berlin fest.
Außerdem sind diese Kriege eine finanzielle Belastung, die von allen getragen werden muss. »Wir sind nicht bereit Einsparungen und Kürzungen in allen sozialen Bereichen hinzunehmen und trotzdem Kriege bezahlen zu müssen«, so Micha S. von der LSV Berlin. So würde die sofortige Beendigung des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr den Bundeshaushalt um jährlich etwa eine Milliarde Euro entlasten. Der Verzicht auf das selbst von sogenannten Fachleuten unsinnig bezeichnete mobile Luftverteidigungssystem würde weitere 4 Milliarden Euro einsparen.
»Wir wollen der Bundeswehr nicht das Feld überlassen und rufen alle SchülerInnen, BildungsaktivistInnen, LehrerInnen, Eltern, Friedensbewegte und AntimilitaristInnen zum Protest gegen diese Bundeswehrveranstaltungen in der Melanchthon-Oberschule und der Alfred-Wegener-Oberschule auf. Kommt alle!«
24.Juni, 12:00 Uhr Melanchthon-Oberschule Adele-Sandrock-Straße 75 in Berlin-Hellersdorf
28.Juni 10:00 Uhr Alfred-Wegener-Oberschule Im Gehege 6 in Berlin-Dahlem
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