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Gefangener Gaddafi offenbar ermordet | Drucken |  E-Mail
Libyen
Donnerstag, den 20. Oktober 2011 um 21:53 Uhr

Al-Jazeera zeigt Bild des toten GaddafiIn Libyen mehren sich die Anzeichen dafür, dass der langjährige Staatschef Muammar al-Gaddafi heute von den NATO-unterstützten Aufständischen gefangengenommen und anschliessend ermordet worden ist. Unter anderem vom Fernsehsender Al-Jazeera ausgestrahlte Aufnahmen zeigen einen Mann, bei dem es sich um Gaddafi handeln soll, in der Gewalt von Kämpfern des »Nationalen Übergangsrates« (NTC) - verletzt, aber lebend. Stolz berichten Kämpfer vor laufenden Kameras, dass sie den früheren Staatschef gefangengenommen hätten. Dann habe einer von ihnen Gaddafi mit einem Bauchschuss getötet. Die vom Westen als »demokratische Freiheitskämpfer« gefeierten NTC-Milizen haben demnach einen wehrlosen Gefangenen kaltblütig ermordet.



Ob dies auf eigene Faust geschah oder eine Anordnung ihrer Befehlshaber hin geschah, ist offen. Klar ist aber, dass führende Persönlichkeiten des NTC kein Interesse an einem Prozess gegen Gaddafi gehabt haben können, denn teilweise über Jahrzehnte gehörten sie selbst zur Führung des Regimes, bevor sie im Februar oder kurz darauf zu den Aufständischen überliefen.

Der genaue Ablauf der Gefangennahme und des Todes Gaddafis bleiben noch unklar. Es scheint sich aber zu verdichten, dass die NATO mit ihren Luftangriffen auch hierbei eine entscheidende Rolle gespielt hat. Offenbar wurde ein Fahrzeugkonvoi, in dem sich Gaddafi befunden haben soll, von den Kampfflugzeugen der westlichen Allianz bombardiert. Gaddafi dürfte sich dann verwundet aus den zerstörten Fahrzeugen gerettet und Schutz vor weiteren Angriffen gesucht haben, bevor er von den Milizen gefasst und schliesslich ermordet wurde.

Dem libyschen Widerstand gegen die Aggressoren nahestehende Medien dementieren weiterhin den Tod Gaddafis. So meldet die algerischen Nachrichtenagentur ISP, die Bilder der Gefangennahme und der Leiche Gaddafis seien Fälschungen und empfiehlt dem NTC, er sollte seine »Photoshop-Version aktualisieren«. Gaddafi befinde sich in sicherer Obhut, geschützt vor den Verrätern, so ISP.

Die spanischsprachige Seite Libia-S.O.S. veröffentlicht sogar den angeblichen Beweis für die Fälschung, nämlich das durch die Medien gegangene Foto, das Gaddafi zeigen soll, uind bei dem es sich der Seite zufolge um eine Fälschung handeln soll, und das angebliche Original - allerdings drängt sich beim Betrachten der Fotos der Eindruck auf, dass vielmehr das angebliche Original ein Fake ist:

Quelle: Libia-S.O.S.


Quellen: Libia-S.O.S., Algeria ISP / RedGlobe


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Kommentare 

 
0 #1 2011-10-21 09:52
Es ist immer noch im rechtlichen Sinne Mord, über den da gejubelt wird. Wer jubelt und cui bono? Warten wir ab, bis das Öl verkauft ist. Lustig; anscheinend werden Diktatoren immer in Betonröhren gefunden. Auch völkerrechtlich : Es ist Mord, einen Gefangenen zu töten.
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