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Nicaragua übernimmt Vertretung Libyens bei der UNO | Drucken |  E-Mail
Libyen
Mittwoch, den 30. März 2011 um 11:03 Uhr

Miguel d'EscotoDer frühere sandinistische Außenminister Miguel d'Escoto, der nach der Revolution 1979 bis zum zeitweiligen Sieg der Contras 1990 Nicaragua international vertrat, wird künftig bei den Vereinten Nationen in New York als Stimme der libyschen Regierung auftreten. Miguel d'Escoto kennt die UNO gut, zwischen September 2008 und 2009 war er selbst Präsident der UN-Vollversammlung. Die Regierung in Tripolis hatte den nicaraguanischen Diplomaten und früheren Priester darum gebeten, nachdem Washington dem neu ernannten Botschafter der Jamahiriya, Dr. Ali Abdussalam Treki, das Einreisevisum für die USA verweigert hatte. Auch dieser ist ein erfahrener UN-Diplomat und war im September 2009 von der internationalen Gemeinschaft zum Nachfolger d'Escotos als Chef der UN-Vollversammlung gewählt worden. In US-Medien wird jedoch noch immer Abdurahman Mohamed Shalgam als libyscher Botschafter gehandelt, obwohl dieser abberufen worden war, nachdem er sich Ende Februar offen auf die Seite der Rebellen gestellt hatte.

Nach Rücksprache mit dem nicaraguanischen Präsidenten Daniel Ortega hat Tripolis am Dienstag eine offizielle Note an UN-Generalsekretär Ban Ki Moon geschickt und so die Ernennung offiziell gemacht. Der frühere Priester d'Escoto ist bereits in New York eingetroffen, um sein neues Amt zu übernehmen. »Pater d'Escoto wird die libyschen Brüder in ihrem diplomatischen Kampf um die Respektierung ihrer Souveränität und Selbstbestimmung unterstützen, die derzeit von Mächten verletzt werden, die einmal mehr die Unabhängigkeit und den Frieden der Völker angreifen«, heisst es dazu in einer offiziellen Erklärung der Regierung in Managua.

Dem sandinistischen Rundfunksender La Nueva Radio Ya sagte Miguel d'Escoto vor seiner Abreise nach New York: »Dies ist eine Demonstration der Solidarität mit dem großartigen liyschen Volk, damit es über die Gerechtigkeit und mit gewaltfreien Mitteln den Frieden finden möge." Das von den USA, Großbritannien, Frankreich und deren Verbündeten in Libyen verübte Massaker »betrifft uns alle, denn es zerstört den Frieden, ist eine Verletzung des Völkerrechts, und das dürfen wir nicht zulassen«. US-Präsident Barack Obama übertreffe in seinem imperialen Verhalten mittlerweile seinen Amtsvorgänger George W. Bush. Seine Außenpolitik sei »die schlimmste Bedrohung für den Frieden und die internationale Sicherheit und bringt die Menschheit an den Rand der Ausrottung«.

Quellen: El 19, TeleSur / RedGlobe


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